10–11
2003
 
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Termine 2003

13.10.–30.11.2003
Kooperationsprojekt ÖBB | Salzburger Kunstverein

Eva Musil
Adieu!

Die Österreichischen Bundesbahnen Personenverkehr Land Salzburg setzen mit dem Projekt von Eva Musil die Reihe Kunst im Zug, die vor einem Jahr mit Gustav Bauer begonnen hat, fort.

Eva Musils Arbeit besteht aus drei Interventionen, eine am Bahnhof Golling, eine zweite am Hauptbahnhof Salzburg und eine dritte in einer Regionalbahngarnitur des CityShuttle SalzachSprinter 1601, der zu verschiedenen Zeiten von Salzburg Hauptbahnhof nach Saalfelden und retour fährt. An den Bahnhöfen sowie in der Zugsgarnitur sind Automaten, an denen man bestickte Taschentücher erstehen kann, angebracht. Der Standort der Automaten ist mit Piktogrammen gekennzeichnet.
Eva Musil: ”Ich verstehe den Bahnhof als einen dramatischen spannungsreichen Ort. Allerdings stehen üblicher Weise die Benutzbarkeit des Bahnhofs, Orientierung und Service, im Vordergrund. Dieser Funktionalität und Kühle steht eine Emotionalität gegenüber (Abschiedsschmerz, Tränen, Freudige Aufregung…). Ich erinnere mich an viele Filmszenen mit hüteschwenkenden Männer, taschentuchwedelnden Frauen …Der Gegensatz zwischen der gebrauchsorientierten Atmosphäre auf vielen Bahnhöfen, und den Emotionen, die (unterstellt / sentimental oder tatsächlich) dort ausgelöst werden, bildet die Grundlage für meine Arbeit. Sie ist der Versuch einem Gefühlszustand eine Entsprechung im vorhandenen Service-System zu geben, und der Emotion einen Platz in der Bahnhofs-Infrastruktur zuzuweisen. Ich verstehe den Inhalt der sterilen Packung als einen ”Sentimentalitäts-Behelf.“
Der SalzachSprinter befördert zum überwiegenden Teil PendlerInnen von und nach Salzburg, für sie stellt der Zug das effizienteste Transportmittel dar. Die oben beschriebenen Emotionen jedoch betreffen eine andere Gruppe von Reisenden. Durch die Positionierung der Installation im Bereich des Regionalverkehrs wird die Existenz der einen Benutzergruppe der anderen gegenübergestellt.

Eva Musil (geb. 1974) studierte am Mozarteum Salzburg Bühnenbild. Sie ist Mitglied der ProduzentInnenplattform gold extra und in den Bereichen Bühnenbild, Peformance, Video und Objektinstallation tätig.

Das Projekt wird bis Ende November 2003 zu sehen sein.
Informationen: Mag. Bettina Reitmaier, T. 0662 93000 3116 e-mail: bettina.reitmaier@pv.oebb.at
Hildegund Amanshauser, T. 0662 842294 e-mail: amanshauser@salzburger-kunstverein.at